Einladung zur Vernissage Bernhard Kerer

Veranstaltung:  Vernissage „Bernhard Kerer in der Südtiroler Kunstgalerie“

Termin: Samstag, den 5. August 2017 um 19 Uhr.

Dauer der Ausstellung:  8. August 2017 – 9. September 2017

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Bernhard Kerer, Maler und Bildhauer, ist 1949 in Hall bei
Innsbruck geboren. Nach knapp zwei Jahren kam er mit seinen
Eltern im Zuge der Rücksiedelung nach Sarns bei Brixen, wo
seine Eltern schon früher gelebt hatten. Hier verbrachte er
seine Kindheit und früheste Jugend. Kerer absolvierte in
Innsbruck eine Kunstausbildung und ging dann nach Stockholm,
um sich weiterzubilden. Nebenbei machte er im Schwedischen
Nationalmuseum Restaurierungs- und Konservierungsarbeiten.
1972 kehrte er wieder nach Südtirol zurück und errichtete in
Brixen ein Atelier. Wenn man sich seine Bilder anschaut, so
sind sie kräftig und intensiv.

Einladung zur Vernissage von Franz Josef Platter

Veranstaltung:  Ausstellungseröffnung  „Franz Josef Platter in der Südtiroler Kunstgalerie“

Termin: Freitag, 25. November 2016, 19 Uhr.

Dauer der Ausstellung:  26. November – 6. Jamuar 2017

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Franz Josef Platter wurde am 11.3.1962 in Tscherms geboren. Er ist Autodidakt und hat sein Talent schon vor seiner Einschulung entdeckt. Sein Leben füllt die Kunst aus. Sein Talent vertiefte er mit dem Studieren von Alten Meistern und von Kunstfachbüchern.

Sechzehn Jahre lang war er als Dekormaler in einer Firma tätig, die Ofenkacheln herstellt. Seit der Schließung der Firma (im Jahre 2000) hat er sich als Künstler selbständig gemacht..

Seine Kunstrichtung orientiert sich an der expressiven Malerei des 20. Jahrhunderts. Zu seinen Vorbildern zählt er vor allem: Paul Cézanne, Matisse und Franz Marc. Franz Josef Platter beherrscht verschiedene Maltechniken und arbeitet im abstrakten als auch im figürlichen/natürlichen Malstil.

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Diese Ausstellung, die unter dem Motto „AbstrAKT“ steht, wird durch folgende Worte beschrieben (Originalhandschrift des Künstlers):

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Vernissage von Peter Verwunderlich

Peter Verwunderlich war Student an der heutigen Universität für angewandte Kunst Wien und zählte zu ihren besten Absolventen nach 1945. Ausgebildet beim phantastischen Realisten Wolfgang Hutter (emeritiert 1996), zeigte er schon früh seine spezifische Art der Weltsicht, die er seitdem in vielen – auch in Ausstellungen – sehr beachteten Arbeiten immer wieder der Verwandlung unterwarf.
Er ist in seinen Arbeiten prinzipiell auf den menschen konzentriert und dessen sinnlicher Erfahrungswelt, wobei er grundsätzlich von einer sozial durchmischten Gesellschaft ausgeht, also nicht sich auf bestimmte Schichten konzentriert, sondern die Möglichkeit der Verständigung zwischen allen sozialen Gruppierungen sucht.
Ich finde als Kunsthistoriker, aber auch als gerichtlich beeideter Sachverständiger für Kunst diese Idee faszinierend, weil sie ein zentrales Thema der zeitgenössischen Kunst ist, die Partizipation des Publikums als Aktivum mit einschießt. Es ist das genaue Gegenteil der gegenwärtigen Kunstpraxis, wo auch einzelne Kunstgegenstände einem privaten Besitzer gehören (analog zum Projekt!), dann aber für teure Ausstellungen zusammengesucht werden und daraus ein Katalog entsteht, der ja nach kuratorischer Qualität mehr oder weniger die Zufälligkeit der Auswahl beinhaltet.
Er wagt sich nicht nur an den gefährlichen Topos des Kreuzweges mit seinen vierzehn Stationen und seinen inhaltsschweren Botschaften, sondern auch an die Frage der Ethno-Kunst, wenn er in monokultur-apfelsaison 1983 Südtirol auf einen Nenner bringen möchte. Mit der gleichen Selbstverständlichkeit artikuliert er Hygienefragen für die amerikanische hausfrau oder die spitze Frage von er & sie , zeichnet selbstverständlich Akte mut Khole und entwickelt Rezeptionen wie „ das nächtliche theater“ a hommage a Werner Schwab (volksvernichtung). Und mit der gleichen Selbstverständlichkeit behandelt er emanzipiert, ohne Pathos und „ cool“ – würde eine jüngere Generation sagen – die so oft artikulierte Bildformatfrage in paspartout, in dem er das Gegenteil der Norm thematisiert: das Bild als leere weiße Fläche, im 20. Jahrhundert mit der Bedeutung der Stimmung geadelt, das Paspartout als Bildträger, als Themengeschichte, die viele Varianten gleichzeitig enthält. Auch mensch und natur arbeitet mit einem ähnlichen Ansatz, einer hochintelligenten Antipode von Mensch und Natur als getrennte und doch symbiotische Welterfahrung, sprachlich klug und alle Varianten des Prozesshaften ebenso einschließend wie die symbiotische Integration des Lebens.
Verwunderlich kennt keine Moden und auch keine direkten Vorbilder, er isoliert seine Arbeiten durch die Fragestellungen , die er sich gibt, die inhaltlichen Lösungen, die er findet und die deutlichen Reflexionen, deren Ansätze er gar nicht verleugnet. Hier wird fast in einem multikulturellen Kontext sichtbar, wie Bildsprachlichkeit heute entsteht und verstanden werden kann, welche Synopsen zu ihrer Ausformulierung beigetragen haben und welche geheimnisvolle Kraft dem kreativen Individum zur Verfühung steht, wenn es nur auf sich, in sich hinein und auf jene einflusstragenden Faktoren des eigenen Überlebens hört. Dann ist Malerei – selbst solche, die leicht verständlich ist und viel erzählt – keineswegs in Frage zu stellen.

Text von Univ. Prof. Dr. Manfred Wagner
Professor für Kultur und Geistesgeschichte an der Universität für Angewandte Kunst in Wien.